4,9 auf Google

Titanimplantat: Vorteile, Nachteile & Vergleich Sicher, langlebig und gut erforscht

Einheilung in 6 bis 12 Wochen, Haltbarkeit über Jahrzehnte: Was Titan von Keramik unterscheidet

Das Wichtigste in Kürze

  • check Ein Zahnimplantat aus Titan besteht aus Implantatkörper, Abutment und Krone. Rund 90 Prozent aller Implantate weltweit sind aus Titan.
  • check Durch Osseointegration verwächst Titan direkt mit dem Knochen. Die Einheilung dauert 6 bis 12 Wochen, bei Keramik bis zu 24.
  • check Langzeitstudien belegen Überlebensraten von über 97 Prozent nach 5 Jahren. Der Implantatkörper kann lebenslang halten.
  • check Bis zu 15 Prozent zeigen eine milde Sensitivität. Ein Bluttest vor der OP kann das Risiko einer Unverträglichkeit klären.
  • check Die Kosten liegen bei 1.800 bis 2.500 Euro. Eine Zahnzusatzversicherung senkt den Eigenanteil spürbar.
Titanimplantat: Vorteile, Nachteile & Vergleich
Privadent Logo

Ihr unabhängiger Versicherungsvergleich

Über 150 Tarife im Vergleich

Logo Allianz
Logo Astra Versicherung
Logo Barmenia
Logo Bayerische
Logo Concordia
Logo Deutsche Familienversicherung
Logo DKV
Logo Gothaer
Logo HanseMerkur
Logo Janitos
Logo Landeskrankenhilfe
Logo Münchener Verein
Logo Nürnberger
Logo SDK
Logo Stuttgarter
Logo UKV Union Krankenversicherung
Logo vigo Krankenversicherung
Logo Versicherungskammer Bayern
Logo Württembergische

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist ein Titanimplantat und wie ist es aufgebaut?

Ein Titanimplantat ersetzt eine fehlende Zahnwurzel durch eine kleine Schraube aus Titan, die ein Zahnarzt in den Kieferknochen einsetzt. Titan hat sich als Material für Zahnimplantate über Jahrzehnte bewährt: Rund 90 Prozent aller Zahnimplantate weltweit bestehen aus diesem Metall. Die Entwicklung begann in den 1960er-Jahren an der Universität Göteborg, wo Prof. Brånemark die besondere Verträglichkeit von Titan im menschlichen Körper entdeckte.

Dreiteiliger Aufbau

Ein Zahnimplantat aus Titan besteht aus drei Komponenten, die zusammen den verlorenen Zahn ersetzen. Jede Komponente übernimmt eine eigene Funktion:

  • Implantatkörper (Titanschraube): Die künstliche Zahnwurzel wird direkt in den Kieferknochen geschraubt. Sie übernimmt die Verankerung und überträgt die Kaukräfte auf den Knochen.
  • Abutment (Verbindungsstück): Das Abutment verbindet den Implantatkörper mit der sichtbaren Krone. Je nach Lage im Kiefer kann es aus Titan oder Keramik gefertigt sein.
  • Suprakonstruktion (Krone): Der sichtbare Zahnersatz sitzt auf dem Abutment. In der Regel besteht die Krone aus Vollkeramik, damit sie optisch den natürlichen Zähnen ähnelt.

Ein wichtiger Grund für die weite Verbreitung von Titan ist seine Oberflächenchemie. An der Luft bildet sich auf Titan eine nur 2 bis 5 Nanometer dünne Oxidschicht, die das Metall biologisch inert macht. Das bedeutet: Der Körper erkennt Titan kaum als Fremdkörper und stößt es in der Regel nicht ab.

Reinheitsgrade von Titan

Für Zahnimplantate kommen verschiedene Reinheitsgrade zum Einsatz, von Grade I bis Grade IV. Moderne Implantate verwenden überwiegend Grade IV, weil dieser Reinheitsgrad die höchste mechanische Festigkeit bietet. Manche Hersteller wie Straumann oder Camlog setzen auch Titan-Legierungen ein (Ti-6Al-4V), die noch belastbarer sind. Wer auf reine Zusammensetzung Wert legt, sollte seinen Implantologen gezielt nach dem verwendeten Reinheitsgrad fragen.

Quellen: DocCheck Flexikon

2. Welche Zähne lassen sich mit einem Titanimplantat ersetzen?

Die dreiteilige Konstruktion aus Titanschraube, Abutment und Krone lässt sich an nahezu jede Stelle im Kiefer anpassen. Ob ein einzelner Backenzahn fehlt oder ein kompletter Kiefer versorgt werden muss: Titanimplantate decken ein breites Spektrum ab.

Die folgende Übersicht zeigt, bei welchen Ausgangssituationen Titan besonders geeignet ist:

  • Einzelzahnlücke: Der häufigste Fall. Ein einzelnes Implantat ersetzt den fehlenden Zahn, ohne dass gesunde Nachbarzähne beschliffen werden müssen.
  • Backenzähne: Beim Kauen wirken Kräfte von bis zu 80 Kilogramm auf die Seitenzähne. Titan hält dieser Belastung stand, weil es bruchsicher und biegefest ist.
  • Frontzähne: Im sichtbaren Bereich kommt es auf die Ästhetik an. Hier setzen Zahnärzte häufig ein Keramik-Abutment auf die Titanschraube, damit kein dunkler Metallrand durchschimmert.
  • Mehrere fehlende Zähne: Zwei oder drei Implantate tragen eine Brücke und schließen größere Lücken, ohne herausnehmbare Prothesen.
  • Zahnloser Kiefer: Konzepte wie All-on-4 oder All-on-6 verankern eine festsitzende Vollprothese auf vier bis sechs Titanimplantaten.

Gerade bei Frontzähnen kann ein Keramikimplantat eine Alternative sein, wenn die Ästhetik oberste Priorität hat. Für die meisten anderen Situationen bietet Titan durch seine hohe Bruchsicherheit Vorteile, besonders im Seitenzahnbereich mit hoher Kaubelastung.

3. Osseointegration: Wie Titan mit dem Knochen verwächst

Die Bruchsicherheit allein macht Titan noch nicht zum idealen Implantatmaterial. Entscheidend ist eine Eigenschaft, die kein anderes Metall in dieser Form bietet: Titan verwächst direkt mit dem lebenden Knochen. Diesen Vorgang bezeichnen Zahnmediziner als Osseointegration.

Warum Titan mit dem Knochen verschmilzt

Die bereits erwähnte Oxidschicht von 2 bis 5 Nanometern spielt bei der Einheilung eine zentrale Rolle. Sie wirkt wie ein Schutzfilm, der verhindert, dass Titan korrodiert oder vom Körper als Fremdkörper erkannt wird. An dieser Oberfläche lagern sich knochenbildende Zellen (Osteoblasten) an und bilden neues Knochengewebe, das die Titanschraube direkt umschließt. Anders als bei anderen Materialien entsteht keine Bindegewebsschicht zwischen Implantat und Knochen.

Moderne Implantathersteller verstärken diesen Effekt durch gezielte Oberflächenbehandlungen. Durch Sandstrahlen, Säureätzen oder Hydroxyapatit-Beschichtungen entsteht eine Mikrorauheit, die den Osteoblasten mehr Ankerpunkte bietet. Das beschleunigt die Einheilung und verbessert die Langzeitstabilität.

Einheilungszeit und Erfolgsquote

Ein Titanimplantat braucht in der Regel 6 bis 12 Wochen, um stabil mit dem Knochen zu verwachsen. Im Vergleich dazu benötigen Keramikimplantate häufig bis zu 24 Wochen. Dieser Unterschied ist für viele Patienten ein wichtiges Entscheidungskriterium, weil eine kürzere Einheilzeit weniger Einschränkungen im Alltag bedeutet.

Die Erfolgsquote der Osseointegration liegt bei 95 bis 98 Prozent über einen Zeitraum von zehn Jahren. Diese hohe Quote zeigt, dass der Körper Titan in den allermeisten Fällen zuverlässig akzeptiert. Voraussetzung ist allerdings eine gute Knochenqualität am Implantationsort. Reicht das vorhandene Knochenangebot nicht aus, kann ein vorgelagerter Knochenaufbau nötig sein.

Quellen: DocCheck Flexikon | zahnarzt-drseidel.de

4. Haltbarkeit: Wie lange hält ein Titanimplantat?

Die hohe Einheilungsquote sagt viel über die ersten Jahre nach der Implantation. Doch wie sieht es auf lange Sicht aus? Langzeitstudien zeigen, dass Titanimplantate zu den haltbarsten Versorgungen in der Zahnmedizin gehören.

Überlebensraten im Zeitverlauf

Die folgende Übersicht fasst die Ergebnisse großer Studien und Meta-Analysen zusammen:

Zeitraum Überlebensrate
Nach 5 Jahren über 97 %
Nach 10 Jahren 90–97 %
Nach 20 Jahren 88–92 %
Nach 40 Jahren (Göteborg-Studie) über 95 %

Der Wert nach 40 Jahren stammt aus der Göteborg-Studie, einer der ältesten Langzeituntersuchungen zu Zahnimplantaten. Er zeigt, dass Titanimplantate bei sorgfältiger Pflege auch nach Jahrzehnten noch funktionieren können.

Implantat und Krone altern unterschiedlich

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem Implantatkörper und der darauf sitzenden Krone. Die Titanschraube im Knochen kann bei guter Mundpflege ein Leben lang halten. Die Suprakonstruktion, also die sichtbare Krone, unterliegt dagegen der normalen Abnutzung und muss gegebenenfalls nach 10 bis 20 Jahren erneuert werden. Die Kosten für eine neue Krone liegen deutlich unter denen der gesamten Implantatversorgung.

Drei Faktoren beeinflussen die Lebensdauer besonders: regelmäßige Mundpflege mit Zahnbürste und Interdentalbürsten, die Qualität der chirurgischen Versorgung und die Knochensubstanz am Implantationsort. Wer regelmäßig zur Prophylaxe geht und sein Implantat pflegt wie einen eigenen Zahn, hat die besten Voraussetzungen für eine lange Haltbarkeit.

Quellen: smyvia.de | dentiqua-zahnarztpraxis.de

5. Titan oder Keramik: Welches Implantat ist besser?

Die Langzeitdaten sprechen für Titan. Doch in den vergangenen Jahren hat sich Keramik (Zirkonoxid) als ernstzunehmende Alternative etabliert. Welches Material besser passt, hängt von der individuellen Situation ab.

Vergleich der wichtigsten Eigenschaften

Die folgende Tabelle stellt die beiden Materialien in den entscheidenden Kategorien gegenüber:

Eigenschaft Titan Keramik (Zirkonoxid)
Farbe dunkel (metallisch) weiß (zahnfarben)
Bruchsicherheit sehr hoch geringer (spröde)
Einheilungszeit 6–12 Wochen bis 24 Wochen
Langzeitdaten über 40 Jahre 10–15 Jahre
Plaque-Anhaftung höher geringer
Aufpreis Referenzpreis 150–300 EUR mehr pro Implantat

Der Unterschied in der Einheilungszeit ist für viele Patienten ein greifbarer Entscheidungsfaktor. Wer nach 6 bis 12 Wochen seinen neuen Zahn belasten möchte, profitiert von Titan. Bei Keramik kann es doppelt so lange dauern, bis das Implantat voll belastbar ist.

Wann Titan, wann Keramik?

Beide Materialien haben ihre Stärken. Für welches sich ein Patient entscheidet, hängt von der Ausgangslage und den persönlichen Prioritäten ab:

  • Titan bevorzugen bei: Backenzähnen mit hoher Kaubelastung, eingeschränkter Knochensubstanz (Titan erlaubt kleinere Durchmesser), begrenztem Budget oder wenn die schnelle Einheilung wichtig ist.
  • Keramik bevorzugen bei: Frontzähnen mit hohen ästhetischen Anforderungen, dünnem Zahnfleisch (kein dunkles Durchschimmern), bekannter Metallsensitivität oder wenn geringere Plaque-Anhaftung gewünscht ist.

Keramikimplantate kosten in der Regel 150 bis 300 Euro mehr pro Implantat als die Titanvariante. Neben dem Preis sollten Patienten bedenken, dass für Keramik deutlich weniger Langzeitstudien vorliegen: Die ältesten belastbaren Daten reichen etwa 10 bis 15 Jahre zurück, während Titan auf über 40 Jahre klinische Erfahrung zurückblickt.

Quellen: ECDI | dentiqua-zahnarztpraxis.de

6. Titanunverträglichkeit: Was Patienten wissen müssen

Im Materialvergleich fällt der Begriff Metallsensitivität immer wieder. Doch wie häufig treten Reaktionen auf Titan tatsächlich auf, und wie lässt sich das Risiko einschätzen?

Allergie oder Unverträglichkeit?

Eine klassische Titan-Allergie, also eine Immunreaktion vom Soforttyp (IgE-vermittelt), gilt in der Wissenschaft als nicht anerkannt. Was Patienten erleben, ist in der Regel eine Titanunverträglichkeit: Das angeborene Immunsystem reagiert auf feine Abriebpartikel, die bei der Implantation oder im Laufe der Zeit entstehen können. Bis zu 15 Prozent der Bevölkerung zeigen eine solche Sensitivität. In den meisten Fällen verläuft sie mild und führt nicht zum Verlust des Implantats.

Was das Risiko beeinflusst

Verschiedene Faktoren können das Risiko einer Unverträglichkeit erhöhen oder senken:

  • Risiko erhöhend: Titan-Legierungen mit Beimischungen wie Nickel, Chrom oder Cobalt können stärkere Immunreaktionen auslösen als Reintitan.
  • Risiko senkend: Reintitan Grade IV enthält keine allergieauslösenden Legierungsbestandteile. Alternativ kommt Zirkonoxid als metallfreie Option infrage.

Für Patienten, die sich unsicher sind, gibt es einen konkreten diagnostischen Weg.

Diagnostik vor der Implantation

Wer den Verdacht auf eine Titanunverträglichkeit hat, kann vor der Implantation einen Lymphozytentransformationstest (LTT) durchführen lassen. Dieser Bluttest misst, ob die Immunzellen auf Titanpartikel reagieren. Die Kosten für den LTT übernehmen gesetzliche Krankenkassen in der Regel nicht, sie liegen bei etwa 100 bis 200 Euro.

Bei positivem Befund gibt es zwei Möglichkeiten: den Einsatz von hochreinem Titan (Grade IV) oder den Wechsel auf ein Keramikimplantat aus Zirkonoxid. Besprechen Sie das Ergebnis mit Ihrem Implantologen, damit Sie gemeinsam die passende Materialwahl treffen können.

Quellen: dentnet.de

7. Kosten und Versicherung: Wer zahlt das Titanimplantat?

Neben der Materialwahl beschäftigt Patienten vor allem eine Frage: Was kostet ein Titanimplantat, und welchen Anteil übernimmt die Krankenkasse? Die Antwort hängt von der Komplexität der Behandlung und dem Versicherungsschutz ab.

Gesamtkosten im Überblick

Die Kosten setzen sich aus mehreren Positionen zusammen. Die folgende Tabelle zeigt typische Spannen:

Position Kosten
Implantatkörper (inkl. OP, Material) 1.000–1.800 EUR
Abutment 300–600 EUR
Implantatkrone (Vollkeramik) 600–1.200 EUR
Knochenaufbau (falls nötig) 300–1.300 EUR
Gesamtkosten einfach 1.800–2.500 EUR
Gesamtkosten aufwendig 3.500–5.000 EUR

Der Implantatkörper und die chirurgische Leistung sind Privatleistungen nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Die gesetzliche Krankenkasse zahlt hier keinen Zuschuss.

Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkasse

Die GKV beteiligt sich ausschließlich an der Krone, also der Suprakonstruktion. Die Höhe des Festzuschusses richtet sich nach dem Bonusheft:

  • Ohne Bonusheft (60 % der Regelversorgung): 530 bis 660 Euro
  • Mit 5 Jahren Bonusheft (70 %): 620 bis 770 Euro
  • Mit 10 Jahren Bonusheft (75 %): 660 bis 883 Euro

Bei einem einfachen Titanimplantat für 2.200 Euro und einem Festzuschuss von 530 Euro (ohne Bonus) bleibt ein Eigenanteil von 1.670 Euro. Diese Lücke lässt sich durch eine Zahnzusatzversicherung deutlich reduzieren.

Zahnzusatzversicherung als Kostenschutz

Mehrere Tarife erstatten Implantatkosten bis zu 100 Prozent, jeweils mit einer Staffelung in den ersten Jahren. Zwei Beispiele:

  • Allianz Mein Zahnschutz 100: 100 Prozent Erstattung inklusive Knochenaufbau. In den ersten Jahren gelten Staffelgrenzen: 1.000 Euro im ersten, 2.500 Euro im zweiten und 4.000 Euro im dritten Jahr. Ab dem vierten Jahr gibt es keine Begrenzung. Monatsbeitrag: ab 29,88 Euro (Alter 31 bis 40).
  • DFV Zahnschutz Exklusiv 100: Ebenfalls 100 Prozent Erstattung. Die Staffelgrenze liegt bei 1.750 Euro im ersten Jahr. Besonderheit: Bereits angeratene Behandlungen für Implantate werden erstattet. Monatsbeitrag: 43,70 Euro (Alter 41 bis 45).

Alle genannten Tarife verzichten auf eine allgemeine Wartezeit. Das bedeutet: Der Versicherungsschutz greift sofort nach Vertragsbeginn, allerdings mit den genannten Staffelgrenzen im ersten Jahr.

Quellen: KZBV | ECDI

8. Fazit: Ist das Titanimplantat die richtige Wahl?

Titan ist das am besten dokumentierte Material für Zahnimplantate. Mit über 40 Jahren klinischer Erfahrung, einer Einheilungsquote von 95 bis 98 Prozent und Überlebensraten von über 90 Prozent nach 20 Jahren bietet es eine verlässliche Grundlage für dauerhaften Zahnersatz.

Drei Punkte helfen bei der Entscheidung: Erstens eignet sich Titan besonders für den Seitenzahnbereich und Situationen, in denen Bruchsicherheit und schnelle Einheilung gefragt sind. Zweitens ist Keramik eine sinnvolle Alternative, wenn Ästhetik im Frontzahnbereich oder eine bekannte Metallsensitivität den Ausschlag geben. Drittens lässt sich der Eigenanteil für ein Titanimplantat durch eine Zahnzusatzversicherung spürbar senken, Tarife mit 100-Prozent-Erstattung sind bereits ab rund 30 Euro monatlich verfügbar.

Wer unsicher ist, ob Titan das passende Material ist, sollte im ersten Schritt einen Implantologen aufsuchen. Dort lässt sich die Knochenqualität beurteilen, bei Verträglichkeitsbedenken ein LTT-Test veranlassen und ein individueller Heil- und Kostenplan erstellen.

9. Häufige Fragen

Titan eignet sich besonders für den Seitenzahnbereich, weil es bruchsicher ist und in 6 bis 12 Wochen einheilt. Keramik bietet Vorteile bei Frontzähnen und für Patienten mit Metallsensitivität.

Titan stützt sich auf über 40 Jahre Langzeitdaten und eine Einheilungsquote von 95 bis 98 Prozent. Keramik verfügt über deutlich weniger Erfahrungswerte (10 bis 15 Jahre) und benötigt bis zu 24 Wochen Einheilzeit. Dafür haftet an Keramikoberflächen weniger Plaque.

Besprechen Sie mit Ihrem Implantologen, welche Kombination aus Belastbarkeit, Ästhetik und Einheilzeit zu Ihrer Situation passt.

Der Implantatkörper aus Titan kann bei guter Mundpflege ein Leben lang halten. Die darauf sitzende Krone muss gegebenenfalls nach 10 bis 20 Jahren erneuert werden.

Langzeitstudien zeigen Überlebensraten von über 97 Prozent nach 5 Jahren und 88 bis 92 Prozent nach 20 Jahren. Die Göteborg-Studie belegt sogar über 95 Prozent nach 40 Jahren. Entscheidend für die Haltbarkeit sind regelmäßige Mundhygiene und zahnärztliche Kontrollen.

Gehen Sie mindestens zweimal jährlich zur Prophylaxe und reinigen Sie den Bereich um das Implantat täglich mit Interdentalbürsten.

Eine klassische Allergie auf Titan ist wissenschaftlich nicht anerkannt. Was auftreten kann, ist eine Titanunverträglichkeit, bei der das Immunsystem auf feine Abriebpartikel reagiert.

Bis zu 15 Prozent der Bevölkerung zeigen eine solche Sensitivität, die jedoch meist mild verläuft und selten zum Implantatverlust führt. Das Risiko steigt bei Titan-Legierungen mit Nickel oder Chrom. Reintitan Grade IV oder Zirkonoxid-Implantate senken das Risiko deutlich.

Lassen Sie bei Verdacht vor der Implantation einen Lymphozytentransformationstest (LTT) durchführen und besprechen Sie das Ergebnis mit Ihrem Implantologen.

Ein Titanimplantat braucht in der Regel 6 bis 12 Wochen, um fest mit dem Kieferknochen zu verwachsen. Keramikimplantate benötigen im Vergleich bis zu 24 Wochen.

Die kürzere Einheilzeit bei Titan liegt an der Oxidschicht auf der Oberfläche: Sie fördert die Anlagerung von knochenbildenden Zellen (Osteoblasten) und ermöglicht eine direkte knöcherne Verankerung. Moderne Oberflächenbehandlungen wie Mikrorauheit oder Hydroxyapatit-Beschichtungen können die Einheilung zusätzlich beschleunigen.

Halten Sie sich während der Einheilphase an die Empfehlungen Ihres Zahnarztes, vor allem bei der Belastung und Mundhygiene rund um das Implantat.

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt keinen Zuschuss für den Implantatkörper und die chirurgische Leistung. Sie beteiligt sich nur an der Krone mit einem befundorientierten Festzuschuss.

Ohne Bonusheft liegt der Festzuschuss bei 530 bis 660 Euro (60 Prozent der Regelversorgung). Mit 10 Jahren lückenlosem Bonusheft steigt er auf 660 bis 883 Euro. Bei einem einfachen Titanimplantat für 2.200 Euro bleibt damit ein Eigenanteil von mindestens 1.670 Euro.

Prüfen Sie Ihr Bonusheft vor der Behandlung und lassen Sie sich einen Heil- und Kostenplan erstellen, den Sie bei Ihrer Krankenkasse einreichen können.

Titan hat eine dunkle, metallische Farbe, die bei dünnem Zahnfleisch im Frontzahnbereich durchschimmern kann. Außerdem haftet Plaque an Titanoberflächen stärker als an Keramik.

In seltenen Fällen kann eine Titanunverträglichkeit auftreten, die bei bis zu 15 Prozent der Bevölkerung als milde Sensitivität beschrieben wird. Titan-Legierungen mit Beimischungen wie Nickel können dieses Risiko zusätzlich erhöhen. Im Frontzahnbereich bietet ein Keramikimplantat aus Zirkonoxid ästhetische Vorteile.

Fragen Sie Ihren Zahnarzt, ob für Ihre Situation ein Keramik-Abutment auf der Titanschraube die Ästhetik verbessern kann, bevor Sie sich für ein reines Keramikimplantat entscheiden.

Ein einfaches Titanimplantat kostet in der Regel 1.800 bis 2.500 Euro. Bei aufwendigeren Fällen mit Knochenaufbau liegen die Gesamtkosten bei 3.500 bis 5.000 Euro.

Die Kosten setzen sich aus dem Implantatkörper (1.000 bis 1.800 Euro), dem Abutment (300 bis 600 Euro) und der Krone (600 bis 1.200 Euro) zusammen. Ein Knochenaufbau kostet zusätzlich 300 bis 1.300 Euro. Die GKV beteiligt sich nur an der Krone mit einem Festzuschuss von 530 bis 883 Euro.

Holen Sie vor der Behandlung einen detaillierten Heil- und Kostenplan ein und prüfen Sie, ob eine Zahnzusatzversicherung den Eigenanteil senken kann.

Die meisten Zahnimplantate bestehen aus Reintitan Grade IV, dem Reinheitsgrad mit der höchsten mechanischen Festigkeit. Einige Hersteller verwenden auch die Legierung Ti-6Al-4V.

Reintitan wird in die Grade I bis IV eingeteilt, wobei Grade IV die beste Balance aus Festigkeit und Biokompatibilität bietet. Titan-Legierungen enthalten Beimischungen wie Aluminium und Vanadium, die die Belastbarkeit weiter steigern. Bei Patienten mit Verträglichkeitsbedenken ist Reintitan Grade IV gegenüber Legierungen vorzuziehen.

Fragen Sie Ihren Implantologen gezielt, welches Titansystem er verwendet, und lassen Sie sich den Reinheitsgrad im Material-Datenblatt bestätigen.

Jetzt Tarife vergleichen